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Sammy haben wir in Hamburg aus dem Franziskus-Tierheim geholt. Er war damals 8 Monate alt und einfach nur lieb. Damals wollten wir eigentlich uns nur mal das Tierheim ansehen. Wir haben Sammy gesehen und sind mit ihm 2 Stunden spazieren gegangen. Danach war es um uns geschehen. Wir konnten ihn nicht da lassen. Nach ein paar Formalitäten und einer großzügigen (Spende) von damals 400,--DEM konnten wir ihn am selben Tag noch mitnehmen. Sammy war von den Vorbesitzern abgegeben worden, weil diese mit ihm nicht zurecht gekommen sind. Dies ist uns bis heute völlig unverständlich. Sein einziges, sehr großes Problem war damals, dass er überhaupt hatte, war das er nicht alleine blieb. Er hatte eine so große Verlassensangst, das er die komplette Wohnung umdekoriert hat und überall hingemacht hat (nur in unserer Abwesenheit). Ich denke dieses Problem stammte aber aus der Abgabe ins Tierheim. Ich war damals sehr verzweifelt, weil er schon ein paar Stunden alleine bleiben musste und wir in einem Mehrfamilienhaus in Hamburg gewohnt haben. Seine Verlassensangst äußerte sich nicht nur darin alles zu zerstören, sondern auch in lautstarken Wolfsgeheul. Dies ging ganze 4 Wochen so und ich bekam mächtigen Ärger mit den Nachbarn. Eines Tages bekam ich von einer Dame aus unserer Nachbarstraße einen bitterbösen Brief. Sie drohte mir mit dem Tierschutz. Ich habe mir die Telefonnummer von der Dame rausgesucht und diese angerufen und ihr von Sammys Problemen erzählt. Sie entschuldigte sich mehrfach bei mir und meinte sie hätte vielleicht erst mal nachfragen sollen. Ich war inzwischen so verzweifelt, dass ich gar nicht mehr wusste, wie ich diesen Zustand möglichst schnell abändere, bevor uns noch die Wohnung gekündigt wird. In meiner Verzweiflung kam ich eines Tages nach Hause und bekam mal wieder die Wohnungstür nicht auf, weil Sammy 9 m Flur in ein einziges Schlachtfeld verwandelt hatte. Darauf hin saß ich weinend im Flur und Sammy kam zu mir. Ich schob in weg und sagte ich will dich nicht sehen (habe ich natürlich nicht so gemeint, ich war einfach nur verzweifelt). ich schickte ihn den ganzen weiteren Tag immer wieder weg.  Aber dies hat letztendlich dazu beigetragen, dass sich Sammys Verhalten sehr schnell deutlich besserte. Er wollte mir gefallen und machte in Zukunft kaum noch solchen Unfug. Auch jaulte er nicht mehr ständig das ganze Haus zusammen. Ich war erstaunt wie einfach es manchmal ist, wenn man nur die richtige Methode benutzt.

Dies war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Sammy war der beste und treueste Hund den ich jemals hatte. Als Sammy 7 Jahre alt war, zogen wir aufs Land. Dort sah ich in eine Wochenzeitung eine Anzeige, dass in Horneburg ein Tag des Hundes stattfindet. Dies wollten wir uns ansehen und fuhren mit Sammy hin. Wir nahmen auch gleich bei der Beurteilung der Mischlingshunde teil. Sammy war mit einer der Favoriten. Ein damaliger Trainer sprach mich an, ob ich mit ihm nicht regelmäßig zur Unterordnung kommen wolle. Ich sagte, dass Sammy bereits 7 ist und ich nicht wüsste ob dies jetzt noch geht. Er meinte das sei gar kein Problem. Damit begann die Zeit des Hundesports. Sammy brachte der regelmäßige Unterricht viel Spass und er konnte immer gar nicht abwarten bis es wieder soweit war. So kam es, dass er in zwei Jahren von der BGVP-Prüfung bis zur Gold-Prüfung alles mitgenommen hat. Auf einer Meisterschaft waren wir auch einmal. Sammy hat von 100 Hunden den 4. Platz belegt.

Sam war ein Hund der immer gerne Publikum hatte. Auf der Meisterschaft wollte ich eigentlich gar nicht mehr teilnehmen, weil Sammy kurz vorher keine der Übungen mehr ausgeführt hat. Als ich dann mit zitternden Knien doch dran teilnahm, gingen wir auf den Platz, Sammy schaute sich  einmal im Publikum um und machte alles so toll, dass mir die Worte fehlten. So war es auch immer, wenn ich mit ihm unterwegs war. Kamen mir Reiter entgegen und Sammy war weit weg von mir, brauchte ich nur Platz sagen und er legte sich hin und lies die Reiter passieren. Waren keine Menschen oder Tiere in der nähe schaute er mich fragend an, als wenn er sagen wollte: Warum soll ich denn jetzt Platz machen?

Sammy war bis ins hohe Alter ein großer Wirbelwind, der immer für einen Junghund gehalten wurde.

Leider hat uns Sammy im Alter von 14,5 Jahren für immer verlassen. Jetzt denkt bestimmt jeder, dass ist doch ein tolles Alter. Ja, sicher. Aber Sammy ist nicht altersbedingt, oder durch sonstige normale Gebrechen gestorben. Sammy war bis zu seinem Tod ein solcher Wirbelwind und dies hat ihn leider auch das Leben gekostet. Da er aufgrund einer Linsentrübung im Dunkeln nicht mehr besonders gut sah, ist er stürmisch wie er nun mal war, frontal mit dem Kopf gegen einen Baum gelaufen. Es krachte richtig. Sammy blieb benommen eine Weile stehen um dann wie gewohnt stürmisch seinen Spaziergang fortzusetzen. Wir riefen vorsichtshalber bei Tierarzt an. Dieser meinte will sollen ihn beobachten und die Pupillen kontrollieren. Was wir auch getan haben. Sammy hat sich zwar einmal übergeben, aber sonst waren keine Auffälligkeiten. Ca. 3-4 Wochen nach diesem Unfall bekam er plötzlich einen Epileptischen Anfall. Danach behielt er extreme Ausfallerscheinungen. Er konnte Leute nicht mehr erkennen und knurrte diese sogar an (zuvor niemals). Alle paar Meter drehte er sich im Kreis und in der Wohnung stand er in den Zimmerecken und starrte die Wände an. Ansonsten war er aber ganz der Alte und rannte nach wie vor wie ein Wirbelwind durch die Gegend (immer mit kurzem im Kreis drehen). Wir versuchten eine Woche mit allen möglichen Therapien seine Problemen den Griff zu  bekommen. Wir wussten auch nicht in wie weit ihn diese belasten. Er hat sich grundsätzlich keine Schmerzen anmerken lassen. Leider hatten alle Therapieversuche keinen Erfolg. So dass wir ihn auf Rat des Tierarztes schweren Herzens erlösen mussten. Dieser Entschluss viel uns bei weitem nicht leicht, weil er ja ansonsten immer noch sehr fit war. Jedoch konnte auch keiner vorhersagen in wie weit das Gehirn geschädigt ist. Sammy war zuvor noch nie aggressiv!
Wir werden Sammy nie vergessen.

 

 



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